Täter-Opfer-Ausgleich (Opferfonds)

Der Verein für Jugendhilfe e. V. unterstützt mit der Bereitstellung eines Opferfonds die Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs der Jugendgerichtshilfe.

 

Die Jugendgerichtshilfe des Stadtjugendamtes Aachen, angesiedelt im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule nimmt nach § 10, Absatz 7 Jugendgerichtsgesetz in geeigneten Fällen Einfluss auf Strafverfahren, um einen solchen Täter-Opfer-Ausgleich zu realisieren. Ziel ist es, den Rechtsfrieden zwischen den Parteien (Täter und Opfer) wieder herzustellen und, falls erforderlich, eine Schadenswiedergutmachung zu vereinbaren.

 

 

Fallbeispiel:

 

Zwei 17-jährige junge Männer befinden sich Samstagnacht auf dem Weg nach Hause. Es ist schon reichlich Alkohol konsumiert worden. Da verspürt man ein Hungergefühl und möchte den nächsten Imbiss ansteuern. Allein die finanziellen Möglichkeiten lassen dies nicht zu. Da kommt ihnen die Gruppe von Jugendlichen an der Bushaltestelle gerade recht. Mit der Frage nach der Uhrzeit und dem Bemerken "Taschenkontrolle" wird das eingeleitet, was allgemein unter Jugendlichen als "Abziehen" verstanden wird. Am Ende bleiben vier Jugendliche mit heftigen Blessuren zurück. Nasenbeinfraktur, Prellungen und eine zerrissene Jacke sind die äußeren Anzeichen heftiger Schläge. Es fehlt ein Handy und eine Geldbörse mit 30,-€ Inhalt.

 

Später wird die Anklage auf Raub und räuberische Erpressung lauten, so genannte Verbrechenstatbestände! Nicht auszuschließen sind weit reichende Folgen.

 

Der Kontakt zur Jugendgerichtshilfe bringt es mit sich, dass dort nach entsprechenden Gesprächen Opfer und Täter zusammengebracht werden. Die Geschädigten haben dies zugelassen. Sie möchten den Tätern in die Augen schauen können und ein Gefühl dafür bekommen, ob sie sich weiterhin Sorge um ihre Sicherheit machen müssen. Man kommt sich näher und es wird mit Hilfe eines Mediators vereinbart, dass die Geschädigten einen Betrag in Höhe von 750 € aus dem Opferfonds erhalten sollen. Dieser Betrag hat einen symbolischen Charakter. Am Ende reichen sich Opfer und Täter die Hände. Es wurde eine Entschuldigung ausgesprochen und das Versprechen abgegeben, sich künftig mit Respekt zu begegnen. Anwesende Eltern äußern sich zustimmend.

 

Die beiden 17-Jährigen haben sich verpflichtet, 150 Sozialstunden in einem Seniorenheim abzuleisten. Ihr Einsatz, der nach der Schule und an den Wochenenden erfolgt, wird mit einem symbolischen Stundenlohn von 5,- € auf die Schadenswiedergutmachung angerechnet.  

 

Auch ein Opferfonds will gefüllt werden. Der Verein für Jugendhilfe e. V. hofft weiterhin auf die Unterstützung der Aachener Gerichte und Staatsanwaltschaft. Den Damen und Herren der genannten Behörden gilt der herzliche Dank.